Direkt zum Inhalt
Olympia 2028 in Los Angeles
ANZEIGE

Olympia 2028 in Los Angeles Donald Trump verbietet Teilnahme von trans* Sportlerinnen

ms - 11.11.2025 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Bereits Anfang des Jahres zu Beginn seiner zweiten Amtszeit hatte US-Präsident Donald Trump sein Vorhaben angekündigt, jetzt hat er es umgesetzt: Per Dekret hat er allen trans* Athletinnen die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles verboten. Überdies: Einrichtungen, die trans* Mädchen oder trans* Frauen in Sportteams aufnehmen, drohen künftig Einschränkungen. 

Trump lässt sich feiern 

Die Republikaner erklärten, mit der jetzt unterzeichneten Exekutivanordnung namens „Männer aus dem Frauensport heraushalten“ sei der „Krieg gegen den Frauensport beendet“. Trump ließ sich im Kreis von Dutzenden applaudierenden Sportlerinnen am Nationalen Tag für Mädchen und Frauen im Sport bei der Unterzeichnung filmen und feiern, während er erklärte: „Von nun an wird Frauensport nur noch für Frauen sein. In Los Angeles 2028 wird meine Regierung nicht tatenlos zusehen, wie Männer weibliche Athleten schlagen.“ Das Heimatschutzministerium soll zu diesem  Zweck vor Olympia alle Visaanträge von internationalen Sportlerinnen kontrollieren. Nach Angaben von Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weißen Hauses, tritt der Beschluss mit sofortiger Wirkung in Kraft, das Nationale Olympische und Paralympische Komitee (USOPC) hat noch am gleichen Tag eine aktualisierte Fassung der „Athleten-Sicherheits-Richtline“ herausgegeben. 

Richtlinien für Sportverbände und Schulen

Nebst dem direkten Verbot für Olympia 2028 enthält das Dekret auch eine Reihe neuer Richtlinien für Schulen und Sportverbände in den USA – sie sollen ab sofort Umkleidekabinen und Sportprogramme anbieten, die „ausschließlich Frauen und Mädchen“ zur Verfügung stehen, keinen trans* Sportlerinnen jedweden Alters. Auch von Wettkämpfen sollen diese ausgeschlossen werden. Verstößt eine Einrichtung künftig gegen die neuen Vorgaben, droht die US-Regierung mit Streichung der Förder- und Bundesmittel. In Deutschland kritisierte der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh) umgehend diesen Beschluss von Trump. Vorstandsvorsitzender Jörg Förster erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Hochschulsport soll allen Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Identität die Möglichkeit zur sportlichen Teilhabe bieten.“ 

Vorgehen gegen trans* Menschen 

Die Trump-Regierung geht dabei weiter gegen trans* Menschen vor, während queere Verbände wie die Rechtshilfeorganisation Lambda Legal juristisch gegen die Dekrete und Anti-LGBTIQ+-Gesetze angehen. Eine neue Klage gegen das Olympia-Verbot ist dabei denkbar. Geschäftsführer Kevin Jennings betonte dabei zuletzt zur aktuellen Lage von queeren Menschen in den USA: „Dies ist ein entscheidender Moment. Jeder muss jetzt alles daran setzen. Ihre Agenda ist nichts weniger als die Zerstörung unserer Demokratie, wie wir sie kennen.“ 

Zwei Mal in diesem Jahr unterstützte dabei der Oberste Gerichtshof der USA bereits die Trump-Agenda: Die neun Richter ließen den Ausschluss von trans* Mitarbeitern bei den Streitkräften vorerst zu und stärkten die Maxime des Präsidenten, nur zwei Geschlechter in Pässen und Ausweisdokumenten zuzulassen. Trump kommt dabei zugute, dass er in seiner ersten Amtszeit drei Richterposten neu besetzen lassen konnte und damit eine Mehrheit von sechs Richtern inzwischen aus dem konservativen Lager kommt. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Schwule Cowboys im Rampenlicht

Cowboys als Social-Media-Hit

Seit dem Nationalen Cowboy-Tag am Wochenende rücken schwule Cowboys online wieder in den Fokus – und ein altes Klischee erhält neue Aufmerksamkeit.
Sexpositive Städte weltweit

Vancouver holt deutlich auf

Die sexpositivste Stadt weltweit bleibt auch 2026 Amsterdam, doch Vancouver auf Platz 2 holt stark auf. Die erste deutsche Stadt: Köln auf Platz 4.
Kirchen im LGBTIQ+-Check

Zwischen Akzeptanz und Ablehnung

Eine neue US-Rangliste zeigt: Während einige Kirchen LGBTIQ+-Menschen vollständig gleichstellen, halten andere an einer strikten Ablehnung fest.
Australiens Volkszählung

Erstmals wird LGBTIQ+ mitgedacht

Australiens neue Volkszählung 2026 erfasst erstmals LGBTIQ+-Daten. Aktivisten sehen darin einen wichtigen Schritt für mehr Sichtbarkeit.
Lehrer kämpfen für Schutz

Ohio verschärft LGBTIQ+-Regeln

Eine Lehrerin hat in Ohio eine Kampagne angestoßen und schult Pädagogen zu LGBTIQ+-feindlichen Gesetzen gegen Schüler.
Burnhams Kabinett im Fokus

Zwischen Gleichheit und Streit

Das neue britische Labour-Kabinett unter Andy Burnham steht wegen seiner Positionen zu LGBTIQ+-Rechten derzeit verstärkt im Fokus.
HIV-Hilfe unter Druck

US-Kürzungen mit massiven Folgen

Eine neue Studie sieht massive Folgen von US-Hilfskürzungen für HIV-Programme, über 1.700 Einrichtungen weltweit mussten bereits schließen.
World Pride in Amsterdam

Königlicher Auftakt für Vielfalt

Mit Besuch von Königin Máxima ist der World Pride in Amsterdam gestartet. Veranstalter und Politik warnen vor wachsendem Druck auf LGBTIQ+-Rechte.
Ermittlung gegen Bürgermeister

Streit um beleidigende E-Mails

Nach dem Streit um die Rettung des gestrandeten Buckelwals "Timmy" ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Timmendorfer Strands schwulen Bürgermeister.